Byteball: Projekt, technische Basis und Handel

Mit Byteball hat sich ein Kryptowährungs-Konzept gefunden, das mit Peer-to-Peer-Verbindungen arbeitet und Smart-Payments anbietet. Die Coin stellt die virtuelle Währung von Byteball dar und wird als GBYTE bezeichnet. Das relativ junge Projekt startete im späten Jahr 2016 und weist einige Besonderheiten auf. Dies wirft die Frage auf, wie Byteball funktioniert, welche Voraussetzungen zum Handel gegeben sein müssen und worin sich das Konzept maßgeblich von anderen Kryptowährungen unterscheidet.

Überblick und Geschichte

Byteball wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, sich eine bestimmte Marktnische zu erschließen. In Anbetracht der hohen und zunehmenden Konkurrenz an virtuellen Währungen soll sich das Konzept daher von anderen unterscheiden.

Ein maßgeblicher Unterschied besteht im Verzicht auf eine Blockchain sowie in Peer-to-Peer Zahlungen (P2P-Zahlungen). Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 120 Millionen US-Dollar erzielt die Währung eine tägliche Transaktionssumme von 0,5 Millionen US-Dollar. Ähnlich wie andere Kryptowährungen verzeichnete der Kurs nach dem Start zunächst massive Zugewinne, bevor er große Teile der Steigerung wieder verlor, sich seitdem jedoch volatil zeigt.

Technische Grundlage: virtuelle Währung ohne Blockchain

Die P2P-Transaktionen werden möglich, indem sich beide Parteien eines Handels auf bestimmte Konditionen einigen. Diese sind Voraussetzung für die entsprechende Transaktion. Erst wenn diese Konditionen eingehalten werden, ist es möglich, Byteball zu kaufen oder zu verkaufen. Innovativ ist zudem die Nutzung von Chatbots zur Abwicklung von Zahlungen.

Zu diesem Zwecke verfügt die Software der Wallet auch über einen eigenständigen Bot-Store.

Anders als Bitcoin oder die Mehrheit der anderen virtuellen Währungen, speichert Byteball keinerlei Blocks. Die Abwicklung der Zahlungen ist somit ohne Blockchain möglich, da an Stelle der Blocks lediglich die Transaktionen gespeichert werden.

Die technische Grundlage trägt die Bezeichnung DAG, die als Abkürzung für “directed acyclic graph” steht. Neben der regulären Währungseinheit bietet Byteball noch die als Blackbytes bezeichnete anonyme Währung an. Diese ermöglicht die absolute Anonymität bei den Transaktionen. Hierbei können zwei Personen untereinander die Coin verkaufen und erwerben, ohne in einer öffentlich zugänglichen Datenbank aufzutauchen oder gar dort gespeichert zu werden.

Aufgrund dessen lassen sich auch nur reguläre Byteball auf der Börse handeln und keine Blackbytes. Auch künftig sollen Nutzer auf öffentlichen Börsen nur GBYTE handeln, da der Handel mit Blackbytes auf einer öffentlichen Börse dem Anonymitätsgedanken entgegenstehen würde

Alle Vor- und Nachteile von Byteball

Verwendung der DAG-Technologie

Multi-Signatur-Unterstützung

Smart Contracts

Unbeschränkte Anzahl an Transaktionen

Mangelnde Verbreitung

Volatiler Kursverlauf

Byteball handeln mit der Byteball-Wallet

Voraussetzung für das Trading ist die Byteball-eWallet. Diese elektronische Börse und der Umgang mit ihr weist einige besondere Funktionen und Eigenheiten auf. Daten, die einmal auf der Plattform bekanntgegeben wurden, lassen sich nicht mehr entfernen oder zurücknehmen. Ebenso ist es nicht möglich, einmal ausgeführte Transaktionen im Nachhinein rückgängig zu machen oder zu beeinflussen.

Auf diese Weise entfällt das Risiko durch so genannte 51-Prozent-Attacken, das heißt Hackerangriffen, bei denen über 50 Prozent der Minder gestellt werden. Zudem verfügt der Handel mit Assets über Byteball über eine Sicherung über Know-your-Customer (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML). Transfers werden dahingehend geprüft, ob sie die Regulierungen von Byteball einhalten. Ist dies nicht der Fall, kommen die Transfers gar nicht erst zustande.

Überdies bietet das Konzept Kunden die Möglichkeit, die Byteball-Wallet zugänglich für mehrere Endgeräte zu machen. Mehrere Nutzer erhalten auf diese Weise Zugang zu den Assets. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn es sich bei den Assets um aufwändigere Finanzprodukte wie Investment-Fonds handelt.

In der Praxis beim Trading legen Anbieter genaue Bedingungen fest, zu denen andere Nutzer Byteball kaufen können. Die Einhaltung dieser selbst festgelegten Konditionen ist Voraussetzung für das Zustandekommen der Transaktion. Bei Nichteinhaltung bekommen die Anbieter ihre Assets.

Der integrierte Chat der eWallet ermöglicht die Peer-to-Peer-Transaktionen. Hierbei lassen sich P2P-Smart-Contracts für bestimmte Ereignisse einrichten, die genau dann aktiviert werden, wenn das erwartete Ereignis tatsächlich eintritt. Bleibt das antizipierte Ereignis aus, so werden die Smart-Contracts nicht aktiviert.

Anwendungsbereiche solcher P2P-Smart-Contracts sind beispielsweise Versicherungen. Auch im Zusammenhang mit Wetten ergibt das Konzept einen Sinn. An Stelle des direkten Chats bietet Byteball auch die Möglichkeit, einen Chatbot zu nutzen.

Diese ist im Speziellen für Anwender gedacht, die wenig Zeit für die Kundenbetreuung haben oder aus anderen Gründen das direkte Gespräch nicht führen können. Die Gestaltung der Benutzeroberfläche der Byteball-Wallet erinnert an Nachrichten-Apps wie WhatsApp. Diese Oberfläche macht den Umgang mit der Chat-Funktion ebenso wie die Nutzung der Chatbots besonders komfortabel.

Besonderheit von Byteball: der Tangle

Der Tangle stellt eine Datenstruktur da, die der Blockchain ähnelt, jedoch ohne Blöcke im eigentlichen Sinne auskommt. Ebenso haben Tangles keine Chains. Darin ähnelt das Konzept dem IOTA-Konzept.

Die direktionale, azyklische Struktur des Graphen kennzeichnet sowohl die Datenstruktur als auch die Blockchain selbst. Azyklizität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass auf ein einen Block ein weiterer Block folgt, der jedoch mit keinem der vorausgehenden Blöcke identisch ist. Gleichzeitig ist ein DAG so ausgelegt, dass ein Element mehrere Vorgänger und Nachfolger haben kann.

In einer Transaktion sind die vorgesehenen Daten, die Signaturen der Initiatoren der Transaktion und die Hashes der vorausgehenden Transaktionen erhalten. Damit fallen den Anwendern de facto die Rollen von Minern zu, da sie mit neuen Transaktionen die alten Transaktionen bestätigen. Auf diese Weise werden die Transaktionen einzigartig und unveränderlich.

Byteball unterstützt so genannte Oracles, das heißt Smart-Contracts mit Verknüpfung zur nicht-virtuellen Welt. Damit lassen sich neben anderen Kryptowährungen auch reguläre Fiat-Währungen sowie reale Assets und Rohstoffe handeln. Auch Prediction-Markets oder verschiedene Arten von Wetten lassen sich via Oracles in die Tat umsetzen.

GBYTE als Gas und Währung von Byteball

Eine weitere Besonderheit findet sich in der Beschaffenheit und Definition der GBYTES. Diese entsprechen der Datenmenge, die Nutzer dem Netzwerk Byteballs anvertrauen wollen. Damit entsprechen sie gleichzeitig in etwa der Größe der Transaktion.

In diesem Zusammenhang haben sich die Entwickler der Coin überlegt, ein altes Problem der meisten Kryptowährungskonzepte zu lösen. Dieses Problem betrifft die im Netzwerk anfallenden Gebühren sowie die Sicherheit des Systems.

In sämtlichen Netzwerken virtueller Währungen sind Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, um etwaige Spam-Attacken abzuwehren. Die erhobenen Gebühren stellen eines dieser Mittel gegen Spam-Angriffe dar. Diese Gebühren werden im Allgemeinen in der korrespondierenden Kryptowährung erhoben. Damit verknüpft ist das Problem, dass eine Wertsteigerung der virtuellen Währung einem Gebührenanstieg gleichkommt.

Aus diesem Grund setzt Byteball auf eine Art Wettbewerb, der dem Proof-of-Work-Mechanismus ähnelt. Im Netzwerk werden diejenigen Nutzer mit einer Gebührensenkung belohnt, die bereits früh möglichst viele neue Transaktionen als Vorgänger ihrer Transaktionen berücksichtigen.

Abschließende Bemerkungen

Beim Kryptowährungskonzept Byteball steht die direkte Peer-to-Peer-Kommunikation im Vordergrund. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit der Anonymität der Transaktionen durch das DAG-System (directed acyclic graph). Auf eine zentrale Blockchain wird verzichtet, entsprechend sind Transaktionen nicht öffentlich einsehbar und können nicht verfolgt werden.

Die Wallet ermöglicht den Abschluss von Smart-Contracts, dessen Konditionen von den Anwendern selbst festgelegt werden. Unabhängig von der volatilen Entwicklung beim Kurs und dessen schwieriger Prognose machen diese technischen Besonderheiten die virtuelle Währung interessant.

Weitere Bereiche von Kryptopedia.org

Ein Artikel auf der Kryptopedia kann natürlich nur einen kleinen Einblick in eine komplexe und vielseitige Themenwelt der Online Currencies liefern. Eine weitergehende Recherche ist daher empfehlenswert. Vielfältigste Informationen zu der angesprochenen Online Währung und weiteren digitalen Zahlungsarten lassen sich daher auf Kryptopedia.org finden.