Ethereum-Mining: Voraussetzungen, Funktionsweise und Möglichkeiten

Wie auch bei anderen virtuellen Währungen wie Bitcoin erfolgt das Erstellen neuer Einheiten bei Ethereum durch Mining. Das virtuelle Schürfen kann auf verschiedene Weisen vollzogen werden, die vom Home-Mining bis zum Cloud-Mining reichen. Dies wirft die Frage nach einer Ethereum-Mining-Anleitung auf. Wichtig ist das Wissen darum, welche Voraussetzungen die verschiedenen Varianten haben und wie sie im Einzelnen funktionieren.

Voraussetzungen zum Abbau der Coin

Nachdem Ethereum 2015 gestartet wurde, finden sich inzwischen viele Anleitungen zum Ethereum-Mining auf Deutsch. Ein gutes Tutorial betrachtet sowohl das Home-, als auch das Pool- und das Cloud-Mining. Ether-Mining wird im Gegensatz zu dem von Bitcoin und anderen Kryptowährungen oftmals in Form klassischen Home-Minings betrieben. Die zum Einsatz kommenden GPUs (Grafikkarten, graphics processing units) können entweder einzeln am PC angeschlossen oder zu einem Mining-Rig zusammengeschlossen werden. Ein Ethereum-Mining-Rig sich im privaten Umfeld im Allgemeinen gut betreiben. Hierbei handelt es sich um Grafikkarten, die gebündelt werden.

Miner setzen dabei auf große und leistungsstarke Rigs, die sich für die Berechnungen eignen. Ein Rig kann als fertig konzipiertes Produkt erworben, aber auch selbst gebastelt werden. Technisch begabte Schürfer installieren zu diesem Zwecke mehrere Grafikkarten auf einem Mainboard, schließen Festplatte und Arbeitsspeicher an und verbinden dies mit einer Stromversorgung.

Ein allgemeiner Unterschied zum schürfen von Bitcoins besteht in dem erforderlichen größeren Arbeitsspeicher. Aus diesem Grunde war die Entwicklung von Ethereum-Mining-ASIC (Application Specific Integrated Circuits) für lange Zeit gehemmt. Auch heute erfolgt es weiterhin größtenteils mit GPU-Rigs.

Die Miner stellen beim Ethereum allgemein eine aktive Community dar, die das Home-Mining allgemein sowie andere Miner genau beobachten. Das Schürfen selbst ist eine Art globaler virtueller Wettkampf, bei dem Miner aus aller Welt gegeneinander antreten, indem sie ihre GPUs mathematische Aufgaben lösen lassen.

Die Leistung der erforderlichen Hardware wird in der Hash-Rate beziehungsweise in Hashes pro Sekunde gemessen. Die Leistung der GPUs spielt sich dabei meist im MH/s-Bereich (Millionen Hashes pro Sekunde) ab. Die erforderliche Software kann bei verschiedenen Anbietern bezogen werden, wobei mehrere Betriebssysteme unterstützt werden. Entsprechende Versionen ermöglichen das Schürfen von Ethereum auch mit Linux.

Alle Vor- und Nachteile von Ethereum

Eigene Blockchain mit interner Währung (Ether)

Plattform für sogenannte Dapps (Distributed Apps)

Smart Contracts mit Anwendungen wie E-Voting-Systemen

Weite Verbreitung und Akzeptanz

Bugs in Smart Contracts

Riskanter Wechsel von POW zu POS

Funktionsweise und Vorgang

Die Entlohnung der Miner für das korrekte Lösen der Aufgaben erfolgt in der Auszahlung von jeweils 5 Einheiten, genannt ETH. Gegenwärtig wird im Ethereum-Netzwerk im Durchschnitt alle 20 Sekunden ein neuer Block geschürft. Zu berücksichtigen ist, dass ein künftiger Anstieg dieser Rate (Blocktime) zu erwarten ist. Dies hängt mit dem Wechsel vom Proof-of-Work- (POW) zum Proof-of-Stake-System (POS) zusammen.

Die allgemein geringe Blocktime beim Schürfen neuer Ether-Blöcke führt dazu, dass zwei Benutzer innerhalb der gleichen Zeit oder kurz aufeinanderfolgend die Lösung für einen neuen Block finden. Werden so kurz hintereinander zwei gleiche Lösungen an das dezentral organisierte Netzwerk von Ethereum übermittelt, so werden sie nicht als Blöcke sondern als Uncle oder Aunt bezeichnet. Auch für die Übermittlung solcher Lösungen erhalten Miner eine Entlohnung.

Ethereum-Mining-Calculator

Die Frage, in welchem Verhältnis Aufwand und Ertrag beim Schürfen von Ethereum stehen, versucht ein Ethereum-Mining-Rechner zu beantworten. Hiermit  verwandt sind die Frage nach der eigenen Rechenleistung und der Belohnung für ihre Bereitstellung. Ein Rechner ist ein einfaches Tool, das von vielen Online-Diensten angeboten wird. Im einfachsten Fall muss hier lediglich die bekannte Rechenleistung des GPU-Rigs, das heißt die Hashrate in Megahashes pro Sekunde, angegeben werden. Damit erfahren Nutzer, ob ihre Beteiligung am Schürfen von Ethereum für sie lohnenswert ist.

Pool-Mining: gemeinsames Schürfen

Auch das Schürfen von Ethereum ist, ähnlich wie Bitcoin, in Pools möglich. Zwar bietet Ethereum eine gewisse Aussicht auf Ertrag beim Home-Mining, doch ist die erreichbare Hash-Rate über PCs und Heim-GPU-Rigs in Relation zum gesamten Netzwerk der Schürfer klein und daher weniger ertragreich. Die Auswahl an Mining-Pools ist vielseitig und unterscheidet sich im Wesentlichen in der Verteilung der Hash-Rates. Kerngedanke von Pools ist die Bündelung von Rechenleistung, um schneller neue Blöcke zu schürfen.

Für die Beteiligung an einem Ethereum-Mining-Pool ist eine Adresse anzugeben, die meist mit dem Anlegen eines neuen Accounts erstellt wird. Die Adresse dient dazu, dem Pool mitzuteilen, wohin die Entlohnungen also die Anteile an Ether zu transferieren sind. Wer bereits über eine Wallet verfügt, kann auch diese in den Pool einbringen.

Cloud-Mining: Schürfen mit externen Dienstleistern

Mit dem cloudbasierten Mining findet sich eine Möglichkeit, ohne Anschaffung eigener Hardware am Schürfen teilzuhaben. Dies ist eine Möglichkeit, an Mining-Pools teilzuhaben, ohne den oft aufwändigen Weg der Anschaffung, Konfiguration und Wartung der Hardware zu gehen. Anbieter von Cloud-Lösungen ermöglichen als externe Dienstleister das Schürfen von Ethereum gegen eine bestimmte Gebühr. Im Hintergrund kümmert sich der Cloud-Minder um die Ethereum-Mining-Hardware sowie -Software.

Zur Beteiligung am Cloud-Mining ist entsprechend auch zunächst das Anlegen einer Wallet erforderlich, falls eine solche noch nicht existiert. Anschließend wird der Anbieter gemietet, bevor das Schürfen von Ethereum beginnen kann. Die Auszahlungen der Rewards in ETH erfolgen dabei in regelmäßigen Abständen auf die angegebene Wallet.

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