Siacoin: Konzept, technische Besonderheiten und Handel

Siacoin stellt die virtuelle Währung des Cloud-Storage-Anbieters Sia dar. Während die Idee bereits seit 2013 existiert und die Währung seit Ende 2014 auf dem Markt ist, entwickelte sich Siacoin erst kürzlich nach einem starken Anstieg beim Siacoin-Kurs zu einer der größeren Kryptowährungen. Die Idee hinter dem Konzept ist eine dezentrale Cloud-Plattform, die neben Geschwindigkeit und Sicherheit auch Unabhängigkeit von Unternehmen gewährleisten soll.

Das Konzept und die Idee hinter der Krypto Währung

Die Entwickler von Sia stellten die Kryptowährung erstmals auf der HackMIT 2013 vor. Freier Cloud-Speicher soll zu einem Markt für Speicherplatz vereint werden. In diesem Zusammenhang plant Sia, langfristig mit den Marktriesen für Cloud-Storage, Google, Amazon und Microsoft, zu konkurrieren. Der Cloud-Speicherplatz soll dabei auf dezentralisierte Weise, günstig und unter Wahrung hoher Sicherheitsvorkehrungen jedem zur Verfügung stehen, der die Sia-Plattform nutzt. Über die Nutzung der Sia-Plattform ist es Anwendern möglich, Geld zu verdienen. Die Sia-Entwickler betonen insbesondere die freie Zugänglichkeit der Daten, die jedem zur Verfügung stehen.

Alle Vor- und Nachteile von Siacoin

Auf Cloudspeicher-Service Sia basierend

Redundanz der gespeicherten Daten

Sehr günstiger Cloud Speicherplatz

Unabhängigkeit von Unternehmen

Kosten in Abhängigkeit der Sia Coin

Sehr volatiler Kurs

Die Cloudlösung als Online Storage

Um verschiedenen Netzwerken einen vertrauenswürdigen und sicheren Konsensmechanismus zu bieten, setzt Sia auf die Kapazität der Blockchain. Daten werden verschlüsselt übertragen, ohne dass dritte Parteien intervenieren können. Hierzu werden durch Kryptographie gesicherte Smart-Contracts (intelligente Verträge) eingesetzt. Die Sia-Cloud ermöglicht es, weltweit Daten zu speichern und darauf zuzugreifen. Der Schlüssel zum Zugang zum Sia-Portal ist dabei nur den jeweiligen Nutzern zugänglich. Sias Cloudlösung ist dezentral organisiert und zeichnet sich durch besonders günstige Angebote aus, im Vergleich zu herkömmlichen Anbietern von Cloud-Speicher. Bereits ab 2 US-Dollar monatlich bietet Sia seinen Nutzern Zugang zum Cloud-Storage. Bei der Bezahlung des Cloud-Storages von Sia wird der Hoster direkt in der Kryptowährung bezahlt.

Die Sia-Cloud ist Open-Source-basiert. Besonderen Wert legt der Anbieter auf die Privatsphäre seiner Nutzer. Für die dezentrale verschlüsselte Ablage der Nutzerdaten verwendet Sia mehrere verschiedene Hoster. Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass einer der Schlüssel gehackt werden sollte, würde der Angreifer nur einen kleinen Teil der hier abgelegten Dateien erhalten.

Die Sia-Entwickler konzipieren fortwährend neue Anwendungen auf der bestehenden Plattform und sorgen damit für Aktualität und Innovationen.

Die Kryptowährung von Sia

Analog zu anderen virtuellen Währungen ist auch im Falle Sia zwischen der Plattform und der eigentlichen Kryptowährung zu unterscheiden. Die Coin stellt die virtuelle Währung des Sia-Netzwerks dar. Der Konsensmechanismus der Coin ist auf Basis des Proof-of-Work-Mechanismus (PoW) aufgebaut. Damit lässt sich diese virtuelle Währung auf minen beziehungsweise schürfen.

Da die Bezahlung des Speicherplatzes direkt in der Kryptowährung erfolgt, sind die Zahlungsmodalitäten über einen Vertrag mit Sia geregelt. In diesem Vertrag wird zum einen festgelegt, wie viele Siacoins für welchen Speicherplatz bezahlt werden müssen. Zum anderen wird auch vertraglich festgelegt, dass der Hoster ein Kollateral zurücklegt.

Im Falle des Datenverlusts durch den Hoster wird dieses Kollateral an den Kunden ausbezahlt. Damit ist Kunden eine gewisse Sicherheit gegeben. Der Hoster hat seinerseits Sicherheit, da Kunden ihr Geld bereits zu Vertragsbeginn einzahlen und sich nicht etwa nach der Nutzung des Speicherplatzes ohne Zahlung verabschieden können.

Das Wallet zur Aufbewahrung der Coins

Voraussetzung, Siacoin zu handeln, ist die Erstellung einer E-Wallet. Die Siacoin-Wallet stellt eine Art virtuelle Geldbörse dar, mit der Anwender Siacoin kaufen, verkaufen und verschiedene Transaktionen mit der virtuellen Währung ausführen können. Auch die einfache Aufbewahrung der Kryptowährung erfolgt in der Wallet.

Die technischen Voraussetzungen zur Erstellung und Installation einer Siacoin-Wallet umfassen 10 Gigabyte freien Speicherplatz sowie ein externes Speichermedium, beispielsweise einen USB-Stick, um den Wiederherstellungs-Schlüssel sicher zu verwahren.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Wallet herunterzuladen. Der offizielle Weg führt auf die reguläre Sia-Webseite, wo die Sia-UI für unterschiedliche Betriebssysteme zum Download bereitsteht. Nach dem Herunterladen wird die ZIP-Datei entpackt. Anschließend wird die Datei Sia-UI.exe ausgeführt.

Je nach Betriebssystem handelt es sich um ein anderes Äquivalent der Datei. Die Ausführung erfordert Internetzugang für die Sia-UI-App. Nach einem Klick auf “Wallet” werden Nutzer nun aufgefordert, eine neue Sia-E-Wallet anzulegen. Es öffnet sich nun eine neue Maske, die ein Seed sowie ein Passwort beinhaltet. In diesem Falle sind beide gleich. Diese Daten sollten gleich kopiert und in einer Textdatei gespeichert werden. Hierbei empfiehlt sich eine verschlüsselte Speicherung auf einem USB-Stick.

Die Speicherung der Daten wird mit einem Klick auf den entsprechenden Button bestätigt. Der anschließende Prozess nennt sich “Unlocking Wallet” und kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Fenster darf währenddessen nicht geschlossen werden. Im Prozess kann die App zwischenzeitlich erneut nach Passworteingabe fragen. Hierbei ist auf exakte Eingabe zu achten, da die Wallet andernfalls nicht geöffnet werden kann. Aus diesem Grund sollten die Daten vorteilhafterweise aus der zuvor gespeicherten Textdatei kopiert werden.

Nach der Installation der Wallet kommt es zur Synchronisation der Blockchain. Der bis zu 24 Stunden in Anspruch nehmende Prozess wird rechts oben anhand einer Prozentangabe verfolgt. Im Anschluss ist die Wallet online und bereit, Siacoin zu handeln.

Trading: Siacoin kaufen und verkaufen

Zum Empfang von Siacoins wird in der Wallet auf “Receive Siacoins” geklickt. Nun wird eine längere Zahlen- und Buchstabenfolge sichtbar. Diese ist anzugeben, wenn auf der Plattform oder von Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern Siacoins empfangen werden sollen.

Bei jedem Klick auf den entsprechenden Button erhalten Nutzer eine neue Empfangsadresse. Dies dient laut Sia-Entwicklern der Sicherheit. Aus diesem Grunde empfiehlt sich ein direktes Speichern der Zahlen- und Buchstabenfolge.

Bislang ist es nur auf wenigen Plattformen möglich, Siacoin auf der Börse zu handeln. Zudem können diese Coins nicht direkt gekauft werden, sondern erfordern den Umweg über den Erwerb von Bitcoins. Diese lassen sich in Siacoins umtauschen. Auch wenn Nutzer Siacoin verkaufen, erhalten sie den Gegenwert in anderen Kryptowährungen. Eine bekannte Möglichkeit, die Coin auf der Börse zu handeln, ist Bittrex. Das Siacoin-Trading erfordert also in einem weiteren Schritt die Anmeldung auf einer solchen Börse.

Hierbei muss meist nur eine gültige E-Mail-Adresse sowie ein Passworts angegeben werden. Auf der Börse können Nutzer die gewünschte Menge an Siacoins sowie den gewünschten Handelspreis angeben. Ebenso gibt es, ganz wie auf Aktienbörsen, auch die Option zum aktuell günstigsten Kurs zu kaufen.

Abschließende Bemerkung

Sia verfolgt mit seinem Kryptowährungs-Konzept ein ambitioniertes Projekt, dessen Ziel es ist, sich zum  größten Cloud-Storage weltweit zu entwickeln. Marktriesen wie Microsoft, Google oder Amazon sollen damit herausgefordert werden. Die virtuelle Währung soll die Daten der Nutzer unabhängig von Unternehmen dezentral aufbauen. Das Netzwerk setzt auf die Festplatten der Rechner seiner Anwender, die im Gegenzug Siacoins für die Freigabe erhalten.

Diese Innovation unterscheidet sich von herkömmlichen Cloud-Anbietern in mehreren Punkten. Sie ist günstiger, setzt auf dezentrale Organisation und überträgt Daten ausschließlich verschlüsselt. Auch wenn sich der Siacoin-Kurs aufgrund seiner Volatilität mittel- und langfristig nur schwer einschätzen lässt, bietet der technische Gedanke hinter dem Konzept Zukunftspotenzial.

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