Storj: Konzept, Token und Besonderheiten

Storj wurde ursprünglich als Portal für die Peer-to-peer-Datenspeicherung auf Crowdsourcing-Basis gestartet. Die Datenspeicherung erfolgt dezentral. Die Entwickler verfolgten das Ziel eines sowohl schnelleren als auch günstigeren Konzepts zur Speicherung. Gleichzeitig steht die Sicherheit im Vordergrund. Seit Juli 2017 gibt das Unternehmen seinen Kryptowährungs-Token in Form der Storj-Coin aus.

Das Konzept im Überblick

Die Kernidee ist das Angebot einer dezentralen Cloud-Storage-Lösung. Eine wichtige finanzielle Basis ist das Crowdfunding. Das Token-Verkaufsmodell mit der eigenen virtuellen Währung wählten die Entwickler aus, um das Entwicklungsteam zu unterstützen. Ebenso lassen sich mit der Kryptowährung die eigenen dAPPs bezahlen. Das Storj-Token-Verkaufsmodell bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, seine Forschung und Entwicklung zu beschleunigen.

Die Arbeit der Entwickler sowie das Wachstum des Netzwerks werden gefördert. Die Nutzung der Token geht über den reinen Finanzierungs- beziehungsweise Crowdfunding-Gedanken hinaus. Die noch junge Kryptowährung soll auch für die Interaktion der Benutzer eine wachsende Rolle spielen.

Wie viele andere Kryptowährungen zeigte auch diese auf der Börse zunächst nach dem Launch einen sprunghaften Anstieg, bevor sich der Kursverlauf relativierte. Jedoch ist nach wie vor eine hohe Volatilität beim Kurs zu beobachten, was das Trading interessant macht.

Die Entwickler von Storj entschieden sich für die Kryptowährung zur Nutzung des Ethereum ERC20-Standards. Ursprünglich wurde die Bitcoin-Blockchain genutzt. Nun sollten Transaktionskosten für das Storj-Netzwerk gesenkt und dabei gleichermaßen die Anwenderfreundlichkeit sowie die Funktionalität optimiert werden.

Alle Vor- und Nachteile von Storj

Dezentrale Cloud für Endanwender

Redundanz der gespeicherten Daten

Ende-zu-Ende Verschlüsselung

Partnerschaft mit Microsoft Azure

Kein kostenloses Modell für Kleinanwender

Noch in Umsetzungsphase

Technische Funktionsweise des Storage-Systems

Eine grundlegende technische Idee hinter dem Storj-Konzept ist eine mehrfache Spiegelung der gespeicherten Daten. Dies wird durch die dezentrale Struktur ermöglicht. Die Daten werden dabei kryptographisch verschlüsselt, wobei einen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz kommt. Verschiedene Hashes ermöglichen eine Verteilung der Daten auf verschiedene dezentrale Systeme. Damit lässt sich Storj zusammenfassend als dezentrale Cloud-Lösung, die sich an Endanwender richtet, beschreiben. Durch die dezentrale Verteilung der Daten entsteht ein Netzwerk zwischen Versorgern und Nutzern.

Auf ein zentrales und eigenständiges Rechenzentrum wird seitens des Unternehmens verzichtet. Die Beteiligten am Peer-to-peer-Netzwerk werden Farmer und Mieter genannt. Während Farmer ihren zur Verfügung stehenden freien Speicherplatz ihrer Festplatten und ihre Bandbreite vermieten, nehmen Mieter diese Kapazitäten in Anspruch. Für die Nutzung werden Farmer von den Mietern bezahlt.

In diesem Prozess erhalten die Farmer ein verschlüsseltes Datei- oder Dokumentenfragment. Dieses lässt sich mit dem passenden Verschlüsselungs-Key entschlüsseln. Storj unterscheidet sich von handelsüblichen öffentlichen Blockchain-Modellen unter anderem dadurch, dass kein Konsens-Modell beziehungsweise kein Konsens-Mechanismus vorgesehen ist. Ein solcher würde einen zu großen Aufwand bedeuten und die Leistungsfähigkeit des Systems verringern.

Pro Stunde wird von Storj ein Audit vervollständigt. Audit sendet eine Verschlüsselungsanfrage an die Knotenpunkte der Farmer. Kann ein Farmer die kryptographische Anfrage beantworten, so bedeutet dies, dass er das entsprechende Dateifragment besitzt. Hat der Farmer das Fragment modifiziert, gelöscht oder ist aus anderen Gründen nicht im Besitz des angefragten, verschlüsselten Fragments, so ist ihm keine Beantwortung der Anfrage möglich. Im Falle einer positiven Antwort, erhalten Farmer für die Aufbewahrung und Bereitstellung Micropayments.

Es erfolgt entsprechend kein Mining oder Schürfen im herkömmlichen Sinne. Viel eher werden die Bereitsteller von Kapazitäten und Speicher-Ressourcen im Netzwerk bezahlt. Dies geschieht über die App DriveMiner.

Open-Source-Projekt mit Microsoft-Partnerschaft

Storj in seiner heutigen Form basiert auf dem ursprünglichen Storj Open-Source-Projekt. Dieser Vorgänger der Gemeinschaft besteht aus Experten und Entwicklern von Cloud-Technologien und Blockchain-Lösungen. Was schon seit längerer Zeit existiert, wird allerdings erst mit dem jetzigen Netzwerk als dezentralisierte Cloud mit eigenständigem Geschäftsmodell betrieben.

Wie das Unternehmen bekanntgegeben hat, wurde eine Partnerschaft mit Microsoft bekanntgegeben. In diesem Zusammenhang wird Storj über die Microsoft-Plattform Azure zur Verfügung stehen. Das Unternehmen bietet sein Konzept hierbei in Form eines Blockchain-as-a-service-Modells an. Es ist geplant, diesen Service im Rahmen der Microsoft-Partnerschaft zunächst nur Enterprise-Kunden anzubieten, die den Dienst via Azure nutzen können.

Wallet: Storj kaufen und verkaufen

Wer den Handel mit Kryptowährungen anstrebt, benötigt zunächst eine E-Wallet. Hierbei handelt es sich um eine Art elektronische Geldbörse, die es ermöglicht, Storj zu kaufen, zu verkaufen und aufzubewahren. E-Wallets werden als Programme beziehungsweise Apps angeboten und eignen sich meist für den Handel mit mehreren verschiedenen Kryptowährungen. Die virtuellen Geldbörsen können auf Computern, mobilen Endgeräten, externen Festplatten oder USB-Sticks erstellt werden.

Eine eigene Wallet ist gegenwärtig nicht vorgesehen. Um zu handeln, nutzt der Anbieter die Ethereum-Blockchain. Mit einer Ether-Wallet werden das Trading und andere Transaktionen mit Storj auf der Börse möglich. Der ERC-20-Standard lässt mehrere verschiedene Ethereum-Wallets zu. Der Anbieter weist darauf hin, die Eigenheiten der jeweiligen Ether-Wallet zu beachten, wenn es darum geht, Tokens zu erwerben oder zu verkaufen.

Auf vielen Ethereum-Wallets erscheinen Storj-Tokens automatisch, andere erfordern es, diese manuell hinzuzufügen. Die meisten Ether-Wallets verfügen über gut dokumentierte Anleitungen für diesen Prozess. Storj empfiehlt, sich an die jeweiligen offiziellen Instruktionen der Wallet-Anbieter zu halten.

Eine beliebte Wallet zum handeln, ist die offizielle MyEtherWallet. Diese erkennt neue Tokens in der Regel automatisch.

SJCX-Tokens und Storj-Tokens

Storj hatte bereits in der Vergangenheit ein eigenes Token, das so genannte SJCX-Token. Daher gibt es noch immer einige Besitzer dieses Tokens, weshalb sich die Frage nach dem Umgang mit den alten Token stellt. Wer am aktuellen Konzept teilnimmt, erhält für diese Partizipation Storj-Tokens. Seit einem Tag nach der Einführung der ersten Storj-Einheiten, also seit dem 19. Juli ist noch bis zum 19. Oktober ein Umtausch von SJCX-Token in Storj-Token möglich.

Nutzung der Storj-Tokens

Die eigene Kryptowährung des Netzwerks kann vielseitig genutzt werden. Nicht nur zur Spekulation auf den Kurs, sondern in erster Linie zum internen Kauf von Speicherplatz, zur Finanzierung von Power-Apps und anderer Angebote der Plattform wird der Token eingesetzt. Auch für den Zugang zu Angeboten wie DNS oder TLS auf der Plattform kann die eigene virtuelle Währung eingesetzt werden.
Storj weist darauf hin, dass die Zahl der Apps und Ecosystems auf dem Netzwerk ständig zunimmt und mit ihr die Nutzungsmöglichkeiten der Storj-Tokens. Ebenso ermöglicht es Storj im Gegenzug,  Einheiten der Währung für die Bereitstellung von Ressourcen und Speicherplatz zu verdienen.

Vorzüge von Storj und Fazit

Mit dem aktuellen Konzept haben die Entwickler es sich zum Ziel gesetzt eine bedeutend schnellere, deutlich günstigere und gleichzeitig sichere Cloud-Storage-Lösung zu erschaffen.  Die Stärke und Flexibilität liegt in der Nutzung dezentraler Speicher-Lösungen. Diese nutzen das Potenzial der zugrunde liegenden Ethereum-Blockchain aus.
Die Nutzungsmöglichkeiten der Plattform wachsen, sodass Beobachter weitere Entwicklungen des Netzwerks mit Spannung erwarten. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Anbieter zu einer Alternative für die Marktriesen für Speicherplatz, Google, Amazon oder Microsoft entwickelt. Zwar sind Aussagen oder Prognosen über die künftige Entwicklung der noch jungen Kryptowährungen von Storj schwierig.
Doch sieht auch Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin interessante Zukunftsaussichten für dezentrale Speichersysteme wie dieses, insbesondere im Hinblick auf die Senkung von Administrationskosten.

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