TenX-Coin: Konzept, Technik und Handel

TenX stellt als Start-up ein junges Konzept unter den Kryptowährungen dar. 2014 wurde das Projekt in Bangkok ursprünglich unter dem Namen OneBit von den Gründern Toby Hönisch, Julian Hosp, Michael Sperk und Paul Kitti ins Leben gerufen. Mit dem heutigen Hauptsitz in Singapur hat TenX auf Basis des Comit-Networks eine umfangreiche Zahlungsplattform mit einigen Besonderheiten aufgebaut.

Hintergrund: innovative Payment-Lösung?

Eine der Ideen hinter TenX war es, international die Zahlung mit verschiedenen Kryptowährungen zu ermöglichen. Ein Vorteil besteht in der Möglichkeit, kostenlos Geld abheben zu können. Gebühren fallen lediglich für die Karten (physisch oder virtuell) an. An den Auszahlungsstellen sind Ausgabegrenzen vorgesehen.

TenX verfügt über ein großes Netzwerk an Partnern, darunter die Kreditkarten-Unternehmen MasterCard und Visa. An den weltweit über 36 Millionen Akzeptanzstellen wird damit die Kreditkartenzahlung mit Kryptowährungen ermöglicht. Verwaltet werden die Kryptowährungen auf der TenX-Wallet. Die zugehörige Kreditkarte ermöglicht reguläre Kreditkartenzahlung.

Das Team setzt sich aus 10 Entwicklern zusammen, die von 3 Investoren unterstützt werden, darunter Vitalik Buterin, der Mitgründer von Ethereum sowie des Bitcoin-Magazins. Offiziell gehandelt wird die Coin als PAY-Token seit dem 08. Juli 2017 an unterschiedlichen Börsen für virtuelle Währungen.

Alle Vor- und Nachteile von TenX

Kryptowährungen auf einer Kreditkarte

Hohe Akzeptanz der Karte

Mobile App für iOS und Android

Bezahlung in Sekundenschnelle

Noch keine Banklizenz, Probleme mit Visa

Kursstürze von Kryptos machen Bezahlen teuer

Technische Basis und Funktionalität

Wie die meisten anderen virtuellen Währungskonzepte auch erfordert TenX zum Zugriff auf die Plattform den Download der TenX-Geldbörse oder Wallet. Erhältlich ist diese sowohl für den Desktop als auch als mobile App. Eine Besonderheit der Plattform sowie der Wallet ist die Unterstützung verschiedener Assets über die Blockchain hinweg. Unterstützt werden beispielsweise neben Bitcoin auch Ethereum und DASH. TenX plant, künftig weitere Kryptowährungen zu unterstützen.

TenX ist dezentral organisiert, basierend auf einer Reihe von intelligenten Verträgen. Nutzer verfügen über den DSS-Schlüssel, der jederzeit die Hoheit und Kontrolle über das eigene Geld ermöglicht. Sicherheitseinstellungen können individuell vorgenommen und mit den intelligenten Verträgen abgestimmt werden. Diese Sicherheitseinstellungen ermöglichten etwa die Definition von Ausgaben, Portfoliozusammensetzung oder Tageslimits. Auch Abhebungseinstellungen lassen sich anpassen. Nach der Einrichtung der Plattform sowie der Wallet ist der Handel mit realen Produkten möglich.

Zur Nutzung seiner Dienste setzt TenX auf das Comit-Netzwerk. Hierbei handelt es sich um ein Transaktionsnetzwerk für mehrere verschiedene Assets. Als Abkürzung steht Comit für cryptographically secure off chain multi asset instant transaction network. Es ist ein kryptographisch verschlüsseltes Off-Chain-Netzwerk.

Dieses bildet eine Art Gateway zwischen unterschiedlichen virtuellen Währungen. Damit ähnelt es Payment Channels wie etwa aus dem Lightning Network. Es ermöglicht Transaktionen zwischen den Inhabern verschiedener Wallets. Wer mit einer Bitcoin-Geldbörse einen DASH-Wallet-Besitzer bezahlen möchte, kann der Gegenwert des Betrages in der Währung des Empfängers übertragen werden.

Das Netzwerk fungiert als Zahlungsplattform, das sichere, schnelle und günstige Zahlungen auf der gesamten Welt ermöglichen soll. Hierbei besteht der Zugang zu einer Vielzahl von Assets, die mit der entsprechenden Blockchain verknüpft sind. Die Zahlungsplattform von TenX interagiert an unterschiedlichen Schnittstellen mit dem Comit-Network, um Sicherheit bei Transaktionen und Zahlungen zu bieten.

Das TenX-Wallet zur Aufbewahrung der Coins

Um TenX zu kaufen und auch mit anderen Kryptowährungen zu handeln, ist die Installation einer Wallet erforderlich. Wie auch bei anderen virtuelle Währungen ist die elektronische Geldbörse ein Teil der technischen Infrastruktur. Diese geht jedoch über die Funktionalität hinaus und eignet sich nicht nur, um TenX zu kaufen oder TenX zu verkaufen. Der bisher meist erforderliche Tausch in andere Kryptowährungen ist hier also nicht nötig.

Die TenX-Börse unterstützt gegenwärtig Bitcoin, Ethereum sowie ERC20-Tokens darunter Aragon, Augur, Golem oder Iconomi. Die Entwickler planen die Integration weiterer virtueller Währungen. Diese lassen sich auf einem White-Paper, das auf der Internetseite von TenX eingesehen werden kann, nachverfolgen. Unter anderem ist die Eingliederung von Litecoin, Monero und Dogecoin geplant.

Durch die Integration mehrerer Währungen verfolgen und erweitern die Entwickler den Kerngedanken des “Be your own bank”, wobei die TenX-Börse funktionell an eine Art Tagesgeldkonto erinnert. Viele Altcoins ermöglichen durch Proof-of-Stake-Systeme und ähnliche Einrichtungen sogar ein Wachstum, das Zinsen beziehungsweise einer Rendite ähnelt.

Die Wallet lässt sich auch als Prototyp einer mobilen Wallet bereits für das mobile Betriebssystem Android beziehen. Die Entwickler haben Pläne für die Herausgabe einer mobilen Wallet für Apples iPhone. Auch die Entwicklung einer webbasierten Wallet steht kurz bevor.

Trading und Kurs: PAY-Token

Seit Juli ist es an verschiedenen Kryptowährungs-Börsen möglich, TenX zu handeln. Das selbsterstellte Token trägt den Namen PAY (äquivalent dazu werden etwa Bitcoin unter dem Kürzel BTC oder Litecoin unter dem Titel LTC gehandelt). Bei Start des Handels mit der TenX Coin betrug der Eingangspreis 1,16 US-Dollar. Das Start-up-Unternehmen konnte innerhalb kurzer Zeit rund 80 Millionen Dollar in der virtuellen Kasse verbuchen. Den Käufern wurden im Gegenzug die PAY-Tokens ausgezahlt.

Da das TenX-Trading durch den erst kürzlich erfolgten Start noch in seiner Frühphase steckt, sind Aussagen über einen längerfristigen Trend beim TenX-Kurs noch spekulativ. Auch wenn der Kurs kurz nach dem Launch zugelegt hat, lässt sich daher noch nicht abschätzen, wann es an der Zeit wäre, TenX zu verkaufen.

Mitgründer Hosp zufolge soll die Finanzierung des Unternehmens für bis zu 5 Jahre gewährleistet sein. In diesem Zeitraum soll die Debit-Card weltweit verwirklicht werden.

Zahlungen mit Kryptowährungen: TenX Debit Card

Die Idee, Kryptowährungssysteme Banken anzugleichen, stellt Entwickler vor größere Herausforderungen. Hierbei ist die Möglichkeit einer effizienten und sicheren Bezahlmethode mit virtuellen Währungen eine der wichtigsten. Zwar bieten vereinzelte Läden, Lokale und andere Einrichtungen bereits jetzt die Möglichkeit, mit Kryptowährungen einzukaufen. So finden sich etwa in Berlin oder in Arnheim moderne Projekte und Ansätze. Doch bleibt die Zahlung meist auf Bitcoin beschränkt und zudem handelt es sich bei diesen Konzepten noch um Einzelfälle.

Einige Programmierer und Entwicklungsteams versuchen, die Zahlung mit virtuellem Geld weiter voranzutreiben, indem Softwarelösungen entworfen werden. Auf diese Weise sollen Akzeptanzhürden für Geschäfte und Unternehmer gesenkt werden, die virtuellen Währungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

TenX bietet einen Lösungsansatz durch Herausgabe einer eigenen Debit-Card. Diese Karte integriert und verlinkt verschiedene virtuelle Assets. Nutzer können mit dieser virtuellen Börse auswählen, welche Kryptowährungen bei der Kartenzahlung zum Einsatz kommen sollen.

Entwicklungsrichtung des Projekts

Durch die eigene Debit-Card entwickelt sich TenX zu einem Herausgeber oder Issuer. Die bekanntesten Herausgeber von Kreditkarten, VISA oder MasterCard, erheben bei Kartenzahlungen Gebühren. Aus diesem Grund bieten einige Firmen keine Kartenzahlung an. Im Falle TenX sollen die Gebühren zum Teil an die Inhaber der Debit-Card ausgezahlt werden.

Dies erfolgt in PAY-Token. Hierbei werden 0,1 Prozent der Gebühren an die Urheber der Transaktion zurückgezahlt. Zudem werden monatlich 0,5 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens an die Inhaber von PAY-Token ausgezahlt. Damit vereint TenX die Kartenzahlung mit Anreizen oder Incentives, womit der Anbieter dem “Be your own bank”-Ideal näher kommt.

Das junge und sich noch entwickelnde Projekt verspricht also einige innovative Entwicklungen in der Welt der virtuellen Währungen. Über die Webseiten und White Papers zu TenX und dem Comit-Netzwerk können Nutzer und Interessierte auf dem Laufenden bleiben.

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