NEM Coin: New Economy Movement mit eigener Kryptowährung XEM

gelber, blauer und grüner Tropfen so angeordnet, dass ein Schild entsteht

NEM steht als Abkürzung für New Economy Movement und bezeichnet eine Plattform mit angegliederter eigener Kryptowährung. Die NEM-Coin läuft unter der Bezeichnung XEM. Erst im März 2015 startete das Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, eine neuartige und nachhaltige Wirtschaftsform zu kreieren. Die Macher wollen auf Basis der Werte von Selbstbestimmung und Chancengleichheit eine Alternative zu bisherigen Währungen und Kryptowährungen schaffen.

Eine Besonderheit ist die Obergrenze der Anzahl von etwa 9 Milliarden XEM, die sich bereits im Umlauf befinden.

Überblick und Hintergründe

Angekündigt wurde das Projekt NEM zu Beginn des Jahres 2014, bevor es in Kooperation mehrerer Entwickler programmiert wurde. Die Entwickler selbst stehen im Rahmen der Bewegung im Hintergrund, während die Technik in den Fokus gerückt wird. Hier verhält es sich ähnlich wie bei der Gründung von Bitcoin unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto: die Personen sind nicht weiter bekannt, die Technik findet jedoch immer größere Verbreitung. Die Ausrichtung der digitalen Währung ist eine globale. Überwiegend stammen die beteiligten Programmierer und Entwickler aus dem asiatischen Raum, zum großen Teil aus Japan. Mehr als 70 Personen sind weltweit an dem NEM-Projekt beteiligt und arbeiten in verschiedenen Bereichen vom Testen bis zum technischen Support.

Alle Vor- und Nachteile von NEM

Beschleunigte Blockgenerierung

Proof of Importance

Hohe Geschwindigkeit

Divergente Anwendungsfälle

Keine Roadmap vorhanden

Relativ unbekannt

Funktionsweise und technische Basis

AnführungszeichenNEM basiert auf einer professionellen Softwareentwicklung und wurde unter Nutzung von Java und JavaScript entworfen. Eine Besonderheit ist ein innovativer Konsensmechanismus. Der Proof-of-Importance-Algorithmus (POI) hat zur Aufgabe, für jedes beteiligte Konto eine Art Wichtigkeitswert zu ermitteln. Hierbei werden Faktoren wie Kontoaktivität, Kontostand und Wichtigkeitswert verbundener Konten miteinbezogen.

Von der Höhe des auf diese Weise ermittelten Wichtigkeitswerts ist die Wahrscheinlichkeit abhängig, von Transaktionsgebühren zu profitieren. Da auch die Kontoaktivität mitberücksichtigt wird, wird ein Anreiz geschaffen, die Kryptowährung nicht einfach nur zu halten, sondern tatsächlich anzuwenden. In der Folge steigt die Umlaufgeschwindigkeit der NEM-Coin.

Ein hoher Kontostand alleine ist also nicht ausschlaggebend beziehungsweise ein Konto mit hohen Beträgen nicht zwangsläufig von Vorteil. Damit soll auch für Chancengleichheit gesorgt und der Tendenz entgegengewirkt werden, dass Vermögende immer reicher werden.

Die Arbeit mit diesem Wichtigkeitswert kann zudem dazu beitragen, Probleme abzuwenden, die mit herkömmlichen Proof-of-Work-Algorithmen zusammenhängen, darunter starke Preisgefälle, die Gefahr der Zentralisierung und Deflationstendenzen.

Aufgebaut ist die Software grundsätzlich aus zwei Bestandteilen. Dies sind zum einen der NEM-Infrastructure-Server oder NIS und zum anderen der NEM-Community-Client oder NCC. Gemeinsam mit diesen Teilen bildet die Kryptowährung XEM die dezentrale Plattform NEM. Basierend auf der Blockchain von NEM sind in der nahen Zukunft für kommende Versionen weitere Anwendungen geplant, darunter eine dezentrale Asset-Exchange sowie Smart Contracts. Auch Einbindungen von Hochfrequenzhandel, regulärem Finanzmarkthandel (etwa mit Wertpapieren) und Social Media sollen möglich sein.

Die Kryptowährung ist technisch darauf ausgelegt, von einem möglichst breiten Interessentenkreis verwendet zu werden. Basis ist die Nutzung von Thin Clients ohne Drittanbieter. Zahlreiche Hardwarearten können verwendet werden, darunter auch mobile Endgeräte und Raspberry Minicomputer. Den Anwendern ist dabei die volle Kontrolle über die virtuelle Währung gegeben, da der Einfluss von Drittanbietern ausbleibt.

NEM kaufen und verkaufen

Zahlreiche Börsen und Plattformen ermöglichen es, mit NEM zu handeln. Der Handel erfolgt nicht auf einer ausgewiesenen Börse, sondern auf Handelsportalen. Es ist nicht vorgesehen, auf direkte Weise die Währung zu kaufen, doch erlauben Portale wie Poloniex oder Bitfinex den Erwerb von NEM auf der Börse durch Zahlung in Bitcoins. Ebenso existiert ein (japanischsprachiges) offizielles Faucet, in dem neue Anwender eine kleinere Anzahl an XEM gewinnen können.

Verwaltet und gelagert wird die Währung in der Wallet, einer virtuellen Geldbörse, wie sie auch bei BTC und anderen Kryptowährungen verwendet wird. Zum Erwerb oder um die Währung zu verkaufen ist es obligatorisch, eine entsprechende Wallet anzulegen. Einen ausführlichen Artikel zu der Thematik findet man unter NEM kaufen.

XEM – Besonderheiten im Vergleich zu anderen Kryptowährungen

Durch seine vergleichsweise späte Entwicklung hat die Bewegung die Möglichkeit, von den Eigenschaften und Vorteilen anderer Kryptowährungen und Systeme zu profitieren. Mit der Bitcoin teilt NEM die Stabilität und Robustheit. Die Komplexität des Systems ähnelt dem von Ethereum.

Neben dem POI-Algorithmus weist die Währung weitere Besonderheiten auf, die es von anderen virtuellen Währungen unterscheidet. Die Kryptowährung unterstützt so genannte Mosaike, das heißt Smart Assets. Diese Assets ermöglichen die Abbildung unterschiedlicher Anwendungsfälle auf der NEM-Blockchain. Hierzu gehören so unterschiedliche Dinge wie Wertpapiere, Devisen aber auch Urkunden oder Patente.

Die digitale Währung bietet überdies ein eigenständiges Domain-Name-System. Dieses DNS ist dezentral organisiert, sodass jeder Anwender eigene und eindeutige Namen auf der NEM-Blockchain festlegen und registrieren kann.

Eine besondere Eigenschaft findet sich zudem in Multisignaturen, die es Anwendern ermöglichen, Zahlungen an bestimmte Bedingungen zu binden. Beispielsweise kann festgelegt werden, erst bei einer gewissen Anzahl von Unterzeichnern die Währung zu verkaufen oder andere Transaktionen durchzuführen. Dieses Verfahren macht die Währung insbesondere für Firmen und Communitys interessant, bei denen Auszahlungen oft an ein gemeinsames Freischalten durch festgelegte Personen oder Geräte geknüpft sind.

Im Direktvergleich zu Ethereum ähneln sich beide virtuellen Währungen in der Funktionalität. Im Gegensatz zu ersterer bietet NEM aber die Möglichkeit für Anwender und Entwickler, auf vergleichsweise einfache und sichere Weise Blockchain-Anwendungen entwerfen zu können. Allerdings ist es mit NEM im Gegensatz zu Ethereum nicht möglich, einen Code komplett auf die Blockchain zu schreiben oder dezentrale Applikationen zu entwerfen.

Trading und Möglichkeiten

Unabhängig von der umfangreichen Funktionalität ist auch die Kryptowährung XEM eine Anlage- und Investitionsmöglichkeit. Interessant ist beim Trading vor allem die Begrenzung der Anzahl auf etwa  9 Milliarden XEM.

Mit NEM zu handeln, bedeutet also, in einem inflationsgeschützten System zu agieren. Verdienstmöglichkeiten längerfristiger Art verspricht auch die “Ernte” oder das Harvesting der Währung. Knotenpunkte für die Ernte aufzusetzen ist in Relation zum Mining oder Schürfen von vielen anderen Kryptowährungen simpel und günstig. Schon ab einem Mindestbetrag von 10.000 XEM ist eine Beteiligung möglich.

Das Trading von Kryptowährungen ist für Anleger insbesondere aufgrund der hohen Volatilität spannend, wovon auch der NEM-Kurs nicht ausgenommen ist. Innerhalb kurzer Zeit sind enorme Gewinne möglich, während gleichermaßen ein vergleichbar hohes Verlustrisiko besteht.

Fazit und mögliche Entwicklungstendenz

Mit NEM findet sich ein Kryptowährungs-System, das sich durch hohe Geschwindigkeit und Sicherheit auszeichnet. Die eigene virtuelle Währung namens XEM ist einer der Bestandteile, neben den Software-Bestandteilen NIS und NCC. Das noch junge Konzept steht noch am Anfang seiner Evolution und verspricht einige spannende Fortentwicklungen. Bestimmte Teile der technischen Infrastruktur, etwa die Wallet namens nanoWallet sind sich noch am entwickeln.

In Anbetracht der Vielzahl an Neuentwicklungen auf dem Markt für virtuelle Währungen gestalten sich Prognosen über den Kurs, seine künftige Entwicklung oder auch über die Beständigkeit der Währung als schwierig. Zukunftspotential ist im Falle NEM aber schon aufgrund der Konstruktion dieses Ökosystems gegeben. NEM gestaltet sich aufgrund seiner Funktionalität einsteigerfreundlich, was auch für die Multisignatur-Methode gilt. Nachrichten lassen sich verschlüsselt versenden und die Software basiert auf einer stabilen Architektur von Client und Server.

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